Strom aus Beschneiungsanlage: ganzheitliche Nutzung bestehender Infrastrukturen

Beschneiungsanlagen verfügen grundsätzlich über alle Komponenten, die es zur Stromproduktion braucht. Mit der Installation von Wasserkraftwerken in den Maschinenräumen bietet TechnoAlpin eine innovative Möglichkeit zur effizienten Nutzung bestehender Infrastrukturen. Durch die ganzjährige Verwendung der Anlage und die Energiegewinnung aus dem eigenen Kraftwerk ergibt sich für den Betreiber so ein wirtschaftlicher Vorteil. Hinzu kommt ein ökologischer Nutzen, da das Wasser für die Beschneiung nicht verbraucht, sondern bei der Schneeschmelze nach erfolgter grüner Stromproduktion wieder der Natur zurückgegeben wird.

Umgesetzt wurde solch ein Kraftwerksprojekt von TechnoAlpin beispielsweise zwischen 2013 und 2016 im Skigebiet Davos Jakobshorn in der Schweiz. Die Analyse aus 2020 zeigt: 63 % der zur Beschneiung benötigten Energie wurden durch die Beschneiungsanlage selbst erzeugt. Bereits nach vier Jahren hat sich nun die Investition amortisiert.

Effizienter Turbineneinsatz und sinnvolle Mehrfachnutzung

In Davos wurde der vorhandene Wasserbau der Beschneiungsanlage genutzt, um an den bestehenden Pumpstationen Ischalp und Bolgen drei Turbinen mit insgesamt 257 kW zur Stromgewinnung zu integrieren – ohne zusätzliche Eingriffe in die Natur und durch ausschließliche Nutzung der bestehenden Infrastrukturen (Speicherteich, Leitungen, Gebäude etc.). „Somit kann das Wasser aus den Überläufen der bestehenden Trinkwasserquellen nun auch während der warmen Jahreszeit effizient genutzt werden“, erläutert Martin Hofer, Area Manager für die Schweiz bei TechnoAlpin. „Als Ergebnis wird durch die Beschneiungsanlage heute nicht nur Strom verbraucht, sondern eben auch produziert.“ 

Das Kraftwerksprojekt ermöglicht eine sinnvolle Nutzung der bestehenden Beschneiungsinfrastruktur auch außerhalb der Wintersaison. Durch die Mehrfachnutzung werden zusätzliche Bauarbeiten und Eingriffe in die Natur vermieden. „Außerdem ist der Unterhalt von Turbinen überschaubar“, betont Hofer. „Die Lösung in Davos ist so effizient, dass sich die Investition bereits nach weniger als vier Jahren gelohnt hat. Zudem besteht die Möglichkeit, die Anlage in Zukunft im Pumpspeicherbetrieb zu nutzen.“

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