Aussichtsreiche Zukuntsperspektiven für die Snowfactory

Der Weltcup in Sljeme, Kroatien, hat seit einigen Jahren mit Schneeunsicherheit zu kämpfen. Deshalb entschied das Organisationskomittee in diesem Jahr eine Snowfactory einzusetzen, um die klassische Beschneiung zu unterstzützen. TechnoAlpin sprach mit dem Renndirektor der FIS, Markus Waldner, über die Verwendung des Schneeerzeugers und die Zukunftsperspektiven, die sich dadurch ergeben.

Was war ausschlaggebend für die Entscheidung, eine Snowfactory für die Beschneiung des Weltcup-Hanges einzusetzen?

Die Rennen der FIS hatten in der Vergangenheit mehrere Ausfälle. Der Weltcup in Sljeme konnte in den letzten vier Jahren sogar nur zwei Mal ausgetragen werden, das ist ein Ausfall von 50%. Man konnte dieses Risiko nicht nochmal eingehen und war sich einig, dass der Wettkampf 2017 unbedingt stattfinden musste. Um nichts dem Zufall zu überlassen, wollte man deshalb eine Snowfactory einsetzten. Den Schneeerzeuger kannte man bereits vom Deutschen Skiverband DSV und war überzeugt, dass dies der richtige Weg ist.

Wie hat sich der Einsatz der Snowfactory auf den Weltcup in Sljeme ausgewirkt?

In diesem Jahr konnte die Schneekontrolle bereits eine Woche vor dem Start abgewickelt werden. Bisher war es immer eine Zitterpartie, weil wir die Schneekontrolle immer weiter nach hinten verschieben mussten. Die technische Aufrüstung, nicht nur mit der Snowfactory, aber auch mit dem Tausch der Düsen und Wartung der Pumpstation, war sehr beruhigend und ermöglichte eine pünktliche Beschneiung. Welchen exakten Anteil der Schnee der Snowfactory an der Beschneiung hatte, kann man joch noch nicht sagen.

Könnte man in Zukunft dann vollkommen auf Propellermaschinen verzichten?

Die Snowfactory kann sicher nur als Unterstützung zur traditionellen Beschneiung angesehen werden. Ohne die nötigen niedrigen Temperaturen wäre das Rennen nicht möglich gewesen. Wir wussten von Anfang an, dass eine Beschneiung rein mit der Snowfactory nicht die Lösung sein kann, aber der Einsatz hat dazu beigetragen, das Rennen überhaupt möglich zu machen. 

Schafft der Einsatz der Snowfactory neue Möglichkeiten und Einsatzgebiete? Vielleicht gibt es in Zukunft FIS Rennen in Städten oder Stadien…

Absolut! Ein gutes Beispiel ist hier Oslo: Im nächsten Jahr planen wir ein Rennen in der Landung der Sprungchance am Holmenkollen zu veranstalten. Diesen Hang könnte man eigentlich ganzjährig fahren, da es durch die Snowfactory immer eine Schneegarantie gibt. Das wäre vielleicht auch für andere Veranstalter interessant.

Wir haben aber auch schon seit geraumer Zeit neue Konzepte im Kopf und denken an die Austragung von City Events. Hier sind im Prinzip keine Grenzen gesetzt: Man könnte Parallelevents in Städten forcieren, wie im Olympiapark in München, oder dem Central Park in New York. Es bietet sich auch an, solche Events im Vorfeld zu Olympischen Spielen zu veranstalten. Bei sechs Rennen in der Saison wäre es dann möglich auch einen eigenen Pokal zu vergeben. 

Wird die Snowfactory auch in Zukunft bei der Beschneiung von Weltcup-Hängen eingesetzt werden?

Wir werden die Snowfactory sicherlich auch weiterhin einsetzen. Das Ergebnis war sehr positiv und schaffte Garantie und neue Ausweichmöglichkeiten. Eines ist in jedem Fall klar: Dies ist der einzige Weg der Klimaerwärmung entgegen zu wirken. Wenn man Schneegarantie will, kann man sich nicht mehr ausschließlich auf traditionelle Beschneiung verlassen. Das ist der richtige Weg und das können wir bestätigen: Ohne Snowfactory geht es in Zukunft wahrscheinlich nicht mehr.

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