Häufig gestellte Fragen zu TechnoAlpin und technischer Beschneiung

Wozu braucht es technische Beschneiung?

Technische Beschneiung ist heute die Grundlage für den Wintertourismus. Ohne Beschneiung wären Skigebiete den gestiegenen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Studien beweisen, dass Schneesicherheit das wichtigste Kriterium bei der Wahl des Winterurlaubsortes ist. Schneemangel hingegen ist laut Studien derzeit nur für 20 % der Urlauber durch Zusatzangebote oder Hotelleistungen kompensierbar. Vor allem bei langfristig geplanten Skiurlauben wählen Winterurlauber deshalb jene Skidestinationen, die mithilfe technischer Beschneiungsanlagen eine Schneegarantie zum gewünschten Zeitraum bieten können. Auch für potentielle Investoren ist Schneesicherheit ein ausschlaggebendes Kriterium. Neben der direkten Wertschöpfung für das Skigebiet durch Bergbahnen oder Skischulen, ist technischer Schnee somit die Basis für die indirekte Wertschöpfung ganzer Regionen und wirkt sich auf Hotellerie und Gastronomie in der Umgebung aus.

Wie wird technischer Schnee erzeugt?

Wie Naturschnee besteht technischer Schnee ausschließlich aus Wasser und Luft. Um die Auskristallisierung von Schneeflocken durch Schneefall zu simulieren, werden Propellermaschinen und Schneilanzen eingesetzt. Bei der technischen Schneeerzeugung produzieren so genannte Nukleatoren ein Gemisch aus Wasser und Druckluft, das bei der Ausbringung in die Atmosphäre Schneekerne (Nukleide) bildet. Durch die Düsen von Schneeerzeugern wird das Wasser in feinste Tröpfchen zerstäubt, die sich mit den Nukleiden verbinden. Auf ihrem Weg zum Boden frieren sie anschließend zu Schneekristallen aus. Dieser Weg wird von verschiedenen Schneeerzeugern unterschiedlich simuliert: Bei Propellermaschinen geschieht dies über ein Gebläse, bei Schneilanzen wird die natürliche Fallhöhe von bis zu zehn Metern genutzt.

Wie bei natürlichem Schneefall müssen auch bei technischer Beschneiung Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit die nötigen Voraussetzungen aufweisen. In der Beschneiung spricht man daher von der Feuchtkugeltemperatur, die sich aus dem Verhältnis von Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit zusammensetzt. Ebenso spielt die Wassertemperatur eine wesentliche Rolle. Sie sollte im Idealfall leicht oberhalb des Gefrierpunkts liegen.

Was ist der Unterschied zwischen technischem Schnee und Kunstschnee?

Die korrekte Bezeichnung für Schnee, der mithilfe von Schneeerzeugern produziert wurde ist "technischer Schnee". Dieser besteht ausschließlich aus Wasser und Luft, und unterscheidet sich vom Naturschnee lediglich durch die maschinelle Produktion. Der oft verwendete allgemeine Begriff „Kunstschnee“ ist somit nicht richtig. Er bezeichnet vielmehr Theater- und Filmschnee aus Plastik oder Styropor.

Werden bei der technischen Schneeerzeugung chemische Hilfsmittel beigemischt?

Nein. Technischer Schnee ahmt die Entstehung von Naturschnee nach und besteht ausschließlich aus Wasser und Luft. Wie bei Naturschnee, wird das Wasser lediglich in einen anderen Aggregatzustand überführt.

Welche verschiedenen Schneeerzeuger gibt es?

TechnoAlpin bietet drei Arten von Schneeerzeugern an: Propellermaschinen, Schneilanzen und die Snowfactory. Bei Propellermaschinen und Schneilanzen ist das Prinzip der Schneeerzeugung jeweils dasselbe, der Unterschied liegt in der produzierten Schneemenge, in den Kosten und im Anwendungsbereich. Je nach Ausrichtung und Gefälle des Hanges, Temperatur, Pistenbreite, benötigter Schneemenge, Windsituation oder Luftzirkulation fällt die Wahl auf den geeigneten Schneeerzeuger. Beide Schneeerzeuger sind sowohl vollautomatisch, als auch in manuell regelbarer Ausführung verfügbar und können zur Produktion unterschiedlicher Schneebeschaffenheiten (von ganz trocken bis nass) eingesetzt werden.

Seit 2014 bietet TechnoAlpin neben den beiden gängigen Schneeerzeugern auch die Snowfactory an, einen Schneeerzeuger für warme Temperaturen. Dieser Schneeerzeuger soll weniger als Ersatz für eine klassische Beschneiung dienen, sondern ergänzt und erweitert die Einsatzmöglichkeiten von technischer Beschneiung.

Was sind Propellermaschinen?

Propellermaschinen werden oft auch als Schneekanonen bezeichnet. Lange Zeit wurden Propellermaschinen nur als mobile Modelle eingesetzt. Mit der voranschreitenden Entwicklung der Flächenbeschneiung haben sich aber auch die Fixinstallationen durchgesetzt um Rüstzeiten zu vermeiden. Propellerschneeerzeuger zeichnen sich durch eine große Wurfweite, große Schneileistung, geringe Windempfindlichkeit und flexiblen Einsatz aus. Sie werden daher vor allem auf breiten Pisten, an Stellen mit hohem Schneebedarf, in steilen Hängen oder in freiem, windexponierten Gelände eingesetzt.

Was sind Schneilanzen?

Bei der Schneilanze erfolgt die Schneeerzeugung nach demselben Prinzip wie beim Propellerschneeerzeuger. Für das Auskristallisieren der Schneeflocken wird jedoch eine größere Fallhöhe benötigt, da im Vergleich zur Propellermaschine die Turbine fehlt. Dadurch ist die Wurfweite von Schneilanzen zwar geringer und die Windempfindlichkeit höher, es wird dadurch aber eine zielgenauere Beschneiungen möglich. Die produzierte Schneemenge einer Lanze ist vergleichbar mit der einer kleinen Propellermaschine.

Was ist die Snowfactory?

Die Snowfactory ist ein Schneeerzeuger, der auch bei warmen Temperaturen eingesetzt werden kann. Durch die Snowfactory sollen die Einsatzmöglichkeiten von technischer Beschneiung ergänzt werden, Verwendung findet sie deshalb vor allem bei tiefergelegenen Pistenabschnitten oder Events in großen Städten. Die Schneeproduktion erfolgt bei der Snowfactory durch eine innovative Kühltechnik ohne chemische Zusätze. Für die Montage sind keine aufwändigen Bauarbeiten oder Installationen nötig, weshalb sie sich auch für temporäre Installationen eignet.

Was ist ATASSplus?

ATASSplus ist eine intelligente Steuerungssoftware, die der Bedienung von Beschneiungsanlagen dient. Die Software sammelt dabei laufend aktuelle Daten von Schneeerzeugern und Meteostationen und optimiert die Schneeproduktion, überwacht den Ressourceneinsatz und berechnet aussagekräftige Übersichtsgrafiken. ATASSplus wird laufend aktualisiert und mit neuen Features erweitert.

Wieviel kostet ein Schneeerzeuger?

Die Kosten für Schneeerzeuger variieren je nach Ausführung und Anwendung. Eine vollautomatische Propellermaschine TF10 hat den Wert eines Mittelklasse-Kombis. Im Vergleich dazu kostet eine Schneilanze etwa ein Drittel davon.

Wie lange kann ein Schneeerzeuger eingesetzt werden?

Schneeerzeuger haben eine sehr lange Lebensdauer, in vielen Skigebieten gibt es inzwischen ein Miteinander der verschiedenen Generationen. Neben dem neuesten Modell ist auch diePropellermaschine M90 bereits seit über 20 Jahren erfolgreich im Einsatz. Die Investition in neue Schneeerzeuger ist meist mehr eine Frage der Technik und Effizienz, als der mangelnden Funktionstüchtigkeit.

Wie lange dauert die Herstellung eines Schneeerzeugers?

Alle Schneeerzeuger von TechnoAlpin werden im Hauptsitz in Bozen (Südtirol/ITA) hergestellt. In den vergangenen 25 Jahren wurden mehr als 30.000 Stück die Hallen zu mehr als 1.800 Kunden in fast 50 Ländern geliefert. In einer durchsnittlichen Arbeitswoche werden bei TechnoAlpin mehr als 50 Propellerschneeerzeuger hergestellt.

Wieviel kostet ein Kubikmeter Schnee?

Die Kosten für die Schneeproduktion eines Kubikmeters hängen von den individuellen Bedingungen vor Ort ab: Unter anderem entscheiden Wasserzuleitung, Pumpleistungen, Speicherteiche und die Schneibedingungen über die individuellen Kosten. In Fachpublikationen spricht man meist von 3,5 – 5 Euro/m³ Schnee.

Was bedeutet der Begriff Feuchtkugeltemperatur?

Die Feuchtkugeltemperatur ist jene Temperatur, die für die technische Beschneiung relevant ist. Sie setzt sich aus dem Verhältnis von Lufttemperatur und relativer Luftfeuchtigkeit zusammen und liegt stets unter der Außentemperatur. Je feuchter die Luft ist, desto weniger Feuchtigkeit kann sie noch aufnehmen. Zeitgleich sind dann tiefere Temperaturen nötig, damit sich aus den Wassertröpfchen Schneekristalle bilden können. Schneeerzeuger von TechnoAlpin produzieren Schnee ab einer Feuchtkugeltemperatur von -2,5° Celsius. Bei sehr geringer Luftfeuchtigkeit kann diese bereits bei leichten Plusgraden erreicht werden, bei hoher Luftfeuchtigkeit sind dafür Minusgrade vonnöten. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt spricht man von Rand- oder Grenztemperaturen.

Wie viele Schneeerzeuger baut TechnoAlpin pro Jahr?

Seit 2005 baut TechnoAlpin jährlich über 2.000 Schneeerzeuger. 2015 waren es über 4.500 Stück, Schneianzen und Propellermaschinen halten sich dabei in etwa die Waage.